Decision Making

Der Mensch trifft täglich annähernd 20.000 Entscheidungen – bewusste und unterbewusste, triviale und komplexe, mal blitzschnell und mal mit Hadern.

Piloten geht es da im Berufsalltag nicht anders – hunderte Entscheidungen müssen für jeden Flug getroffen werden. Maximilian und ich erläutern im kommenden, wie Entscheidungsfindung funktioniert, welche Faktoren maßgeblich sind für gute Entscheidungen, welche Probleme damit für Piloten verbunden sind und welche Entscheidungsfindungsmodelle angewandt werden.

Wie viel Treibstoff wird benötigt? Welcher Pilot fliegt welches Flugabschnitt? Ist der technische Zustand der Maschine limitierend und welche Einschränkungen ergeben sich? Ist die Maschine bereit zum Boarding? Warten wir auf Umsteigegäste oder Gepäck? Sind die Beladepapiere korrekt? Ist die Landebahn ausreichend zum Starten? Wann wird der Autopilot angeschaltet? Wie umfliegt man die Gewitterfront? Welches Landegewicht wird erwartet? Wann wird der Sinkflug eingeleitet? Welche Konfiguration ist die optimale zur Landung? Wann wird der Autopilot abgeschaltet? Welcher Abrollweg von der Bahn wird nach der Landung anvisiert? 

Entscheidungen wie diese müssen Piloten für jeden Flug hunderte treffen, von der Flugvorbereitung über alle Flugphasen bis zum Abstellen der Maschine. Darüber noch teilweise sehr komplexe Entscheidungen, wenn mal etwas vom Standard abweicht wie extrem schlechtes Wetter, ein medizinischer Vorfall an Bord oder technische Probleme.

Damit die Problemlösung gelingt und fundierte, gute Entscheidungen getroffen werden, sind sieben Faktoren entscheidend:

Die Resource Mensch: Piloten sind Menschen mit Fehlern, mit Grenzen, mit Erfahrungsschatz. Diese Resource Mensch ist elementar für den Entscheidungsfindunsgprozess.

Und gerade weil wir menschlich sind, ist der Umgang mit Stress ein anderer Kernpunkt.

Kommunikation. Weil die Besatzung aus mehreren Mitgliedern besteht, operiert sie als Team. Teamfähigkeit, Kommunikation und Führungsstil sind wichtig für Informationsakquise als Grundlage für decision making.

Situational Awareness ist ebenfalls eine wichtige Grundlage zur Bewertung der Entscheidungsvoraussetzungen und der Auswirkungen einer Entscheidung.

Error management, also der Umgang mit Fehlern, lehrt, wie man aus Entscheidungen mit negativem Ergebnis noch das beste herausholen und zu einem positiven Ergebnis führen kann.

Automation und wie sie die Flugzeugbesatzung unterstützen, aber auch behindern kann, ist ein anderer essentieller Punkt im Prozess der Entscheidungsfindung.

Und zu guter Letzt helfen Entscheidungsfindungsmodelle den Piloten ganz ungemein, rationale, fundierte und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Der Entscheidungsfindungsprozess ist einer, der tiefes theoretisches Grundwissen erfordert und mit zunehmender Erfahrung immer besser wird, also ein Prozess, der einer stetigen Entwicklung unterliegt.